Maria Fleming
Gebärdensprachdozentin
Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist
– im Gegensatz zur gesprochenen Sprache –
eine eigenständige visuelle Sprache, die völlig
unabhängig von der Grammatik der Lautsprache
ist. Sie ist eine natürliche Sprache, kein
erfundenes System. Über Jahrhunderte wurde
sie in der alltäglichen Kommunikation Gehörloser
zu einer vollwertigen Sprache entwickelt.
Etwa 80.000 Gehörlose leben in Deutschland,
die Gebärdensprache benutzen. Diese Sprache
ist wissenschaftlich erforscht und gesetzlich
anerkannt.

In der Regel müssen Gehörlose von den Lippen
ablesen, um mit Hörenden zu kommunizieren.
Aber auch wenn bestimmte Voraussetzungen
erfüllt sind, können nur ein Drittel aller Laute
abgelesen werden. Heute lernen immer mehr
Hörende aus beruflichem oder privatem Interesse
die Gebärdensprache, so dass die
Kommunikation für beide Seiten besser läuft.
Neben typischen abstrakten Gebärdenzeichen kommt der mimisch-körpersprachlichen Kommunikation eine wichtige Rolle zu.
Gebärden sind klar strukturiert, z. B. nach Handform und Bewegung. So kann die Gebärdensprache prinzipiell dasselbe leisten wie jede Lautsprache. Selbst Witze und Scherze sind in DGS genauso feinsinnig wie in der Lautsprache.

DGS ist nicht universal. Sie lässt sich ebenso wie Lautsprache in nationale Sprachen und regionale Dialekte unterscheiden. So gibt es neben der DGS z. B. auch Amerikanische, Französische und Chinesische Gebärdensprache oder bayerischen, berlinerischen und hamburgischen Dialekt.